Über mich

hansi
Hans Hohenegger wuchs ohne Strom auf, das täglich benötigte Wasser wurde aus dem Bach geschöpft. Auch wenn im Winter die Wäsche an der Leine festfror und eissteif im Wind hing, erweckte gerade dieses einfache, naturnahe Leben die Achtung vor allen Dingen. Sein Blick für das Unscheinbare, wie Wildblumen am Wegesrand, und dessen oft unbeachtete Schönheit mag hier seine Wurzeln haben.

Hans Hohenegger begann vor ca. 25 Jahren mit der Fotografie. Von Anfang an vom Gegenlicht fasziniert – das klassische Mittellicht wurde als weniger spannend empfunden -, nahm er Lichtauren um die Objekte wahr. Ein von der Kamera unterstützter Blick, der tief in die Welt der Energie, der Quanten führen sollte.

Erste analoge Makroaufnahmen entstanden, vor allem von Blumen, wie beispielsweise von wildwachsenden Orchideen. Die Natur inspirierte und faszinierte. Die Schönheit der Blüten, die schnell wieder der Vergänglichkeit anheim fällt, zu bewahren, war der erste große Auslöser selben zu drücken. Mit der ersten Spiegelreflexkamera kam es zu einem Schlüsselerlebnis, während eines Spazierganges auf dem örtlichen Hausberg, dem „Jagasitz“. Knapp vor Sonnenuntergang eines zu Ende gehenden Herbsttages, gewahrte er die Flugsamen von Disteln in diesem speziellen Licht und fotografierte sie. Beim Entwickeln taten sich Welten auf, die an Aufnahmen des Hubble-Teleskopes von fernen Galaxien erinnern. Die Rispen der Disteln strahlten hell und filigran, ein surreales mehrfarbiges Kaleidoskop von Licht und Gegenlicht offenbarte sich. Eine neue Welt war in der alten geboren.

Mit Beginn der digitalen Fotografie wollte Hans Hohenegger zuerst nicht weitermachen – zu unbestimmt erschien ihm die neue Technologie -, erkannte aber glücklicherweise bald, welche Möglichkeiten nun da waren. Endlich konnte er experimentieren – Licht und Gegenlicht im Fokus seines Bewußtseins erforschen. Detail für Detail, das einfache in seiner Anmut fotografisch erkunden, in seiner subatomaren Urschwingung wahr- und aufnehmen.

Danach folgte eine Serie von Eisbildern. Er fotografierte das profunde Zusammenspiel von Eis und Licht, die Wechselwirkungen von Brechung, Spiegelung und Aura. Mit dem nahenden Ende des Winters drohte auch das Ende des fotografischen Zaubers, zumal nichts in der Natur so viel Brechung und Spiegelung verhieß, wie eben das Eis. Bald bemerkte er aber, daß überall Spiegelung, Brechung und Licht ist: In jedem Tautropfen, in jedem Spinnennetz. Licht endet nie. In allen von Hans Hohenegger aufgespürten und wahrgenommenen Dingen findet sich Licht. Er nahm es wahr und zeigt eindrucksvoll, daß das, was unten ist, auch dem gleicht, was oben ist. Ein Spinnennetz im Morgentau erscheint wie ein Sonnensystem im Adlernebel oder in der Andromedagalaxie.

Die Bilder von Hans Hohenegger schwingen zwischen der physischen Realität und der virtuell energetischen Wirklichkeit. Sein Blick fällt so genau und hingebungsvoll auf die Dinge, daß diese bereitwillig ihr Weiter-Sein offenbaren und tief in die Welt ihrer Quantennatur sehen lassen. Wird die alltägliche Form nur genau und nah genug betrachtet, dann zerfließen die Konturen in freie Wildbäche und Ozeane des Lichts. In den Fotos von Hans Hohenegger tritt das Weltall in den Kelch einer Blume und kommt farben- und energiesprühend wieder zur Welt. In einem Urknall der Schönheit.

Hans Hohenegger ist ein Grenzwanderer zwischen dem materiellen Objekt und der energetischen Erscheinung. Daraus resultiert ein anderes, schönes Bewußtsein, das dem Fotografen am Herzen liegt. Ein Bewußtsein, das die Verbundenheit und die Wichtigkeit allen Lebens erkennt. Er macht digitale Makroaufnahmen im Gegenlicht. Die Technik aber, die seine Bilder ungewöhnlich und schön machen, ist sein lichtes Bewußtsein.

Dietmar Tauchner, preisgekrönter Autor und Haijin
(www.bregengemme.net)

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Hier sehen Sie einen kleinen Auszug aus meinen Arbeiten. Keines der Bilder wurde nachbearbeitet bzw. mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogrammes verändert! Die Bildeffekte entstanden nur durch die Aufnahmetechnik.

 

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Hans Hohenegger


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